Entdeckung der Langsamkeit
In dieser Grafikserie richte ich meine Aufmerksamkeit auf das Zuhause – das eigene Heim.
Unser Daheim als ein Platz,
• der Rückzugsmöglichkeit – also unser eigener persönlicher Raum.
• der uns von der Außenwelt isoliert - vom Kampf um Geld und Macht, von schmutzigen Wünschen und Begehren, von allem, was frustriert, unglücklich und unzufrieden macht.
• wo wir nicht nur unsere Kleider, sondern auch unsere Gedanken oder „Superheldenmasken“ ablegen können.
• wo wir WIR selbst sein können.
Ich versuchte, mein Zuhause und die sich darin befindenden Gegenstände aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und dadurch auch einen anderen Raum zu entdecken, der sich von der üblichen Sicht unterscheidet. Mit Hilfe von alltäglichen Gegenständen (Früchte, Küchenutensilien, Glühbirnen) kreierte ich ein neues Bild meines „Interiors“. Mit diesen Kompositionen möchte ich zeigen, dass es für mich die Existenz einer sich unterscheidenden Realität gibt, die wir aber bei unserer Jagd nach Erfolg nicht wahrnehmen oder für möglich halten.
Bei meinen Gängen durch mein Heim entstanden die Fotos im Vorbeigehen – die Kamera gleitet an den Gegenständen entlang wie das Auge. Daraus entstanden die „bewegten Bilder“, die nun ein Element in meinen Kompositionen sind.
Diese „neuen Bilder des Innenraums“ sind auf transparentem Japanpapier gedruckt und auf Grund der wenigen Schichten vermitteln die Kompositionen ein Gefühl der Durchsichtigkeit und der Tiefe. Die Verwendung des Nähgarns soll die Ähnlichkeit zu jenen Fäden zeigen, die die Dinge und Ereignisse in unserem Leben verbinden; Fäden, die vom Sichtbaren in das Unsichtbare verschwinden.
Wenn wir Zeit hätten, für eine Minute „anzuhalten“, um zuerst unseren Herzschlag zu fühlen und dann unser Atmen zu hören, würden wir erkennen, …
… dass unser Leben zwischen zwei Atemzügen abläuft
… dass Leben und Tod eine Einheit sind
… dass wir zwischen Lärm und Stille träumen
… und dass „drinnen“ und „draußen“ nur Begriffe sind …